Wie die
meisten Piraten kann Störtebeker keineswegs als gewöhnlicher
Krimineller gesehen werden: Die meisten Piraten könnte
man eher mit Söldnern (wie der Fremdenlegion) vergleichen.
Sie waren fast alle mit der Duldung - teilweise auch direkt
im Dienste - von Herrschern unterwegs und hatten in diesem Sinne
eine politische Funktion.
In der Ostsee
z.B. unterstützten die Vitalienbrüder die Schweden im Kampf
gegen die Dänen. Der König von Schweden (Albrecht
der Dritte) war auch regierender Herzog von Mecklenburg. Für
die Kaperung feindlicher (also dänischer, aber auch Lübecker)
Schiffe erhielten die Freibeuter Kaperbriefe (also sozusagen
eine Erlaubnis), mit denen sie ihre Beute ganz offiziell auf
dem Markt von Wismar verkaufen konnten.
Störtebeker
hatte auch grossen Rückhalt bei einigen ostfriesischen Herrschern
(korrekter: Häuptlingen), zumal er ab Ende des 14. Jahrhunderts
verwandtschaftliche Beziehungen nach dort hatte: 1396 hat er wohl
die Tochter des Häuptlings Keno ten Broke geheiratet. Der Störtebeker-Turm
in Marienhafe nahe Emden erinnert heute noch an diese Zeit.
Dabei
darf man nicht vergessen, dass die Herrschaftsgebiete der Häuptlinge
und ihr Einfluss recht gering waren. Auch die Ostfriesen wurden
unter Druck gesetzt, so dass Störtebeker schon nach kurzer
Zeit den Stützpunkt Marienhafe wieder verlor.
Vor
allem aber spielte Störtebeker eine Rolle im Krieg zwischen
Dänemark und Schweden: Als Blockadebrecher stellten die "Viktualienbrüder"
(auch: Vitalienbrüder) die Lebensmittelversorgung Stockholms bei
der Belagerung durch dänische Truppen sicher. Nach dem Ende der
Auseinandersetzung machten sie einfach weiter (so sind übrigens
sehr viele Piraten an ihren "Job" gekommen) und beeinträchtigten
als Kaperfahrer den Handelsverkehr der gesamten Nord- und Ostseeschifffahrt.
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Auch
auf Rügen
- Deutschlands grösster und zweifellos schönster
Insel - soll Störtebeker einen Stützpunkt gehabt
haben, angeblich nördlich von Sassnitz. Das ist wohl
allerdings eher im Bereich der Legende anzusiedeln.
Wahr
ist aber, dass seit 1959 (damals in der DDR noch als "Rügenfestspiele")
in Ralswiek
auf Rügen die "Störtebekerfestspiele"
stattfinden - mit jährlich fast 400.000 Besuchern Deutschlands
erfolgreichstes Freiluft-Theater.
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Nach
1398 verloren die Vitalienbrüder ihre Macht im Ostseeraum und
verlegten ihre Aktivitäten in die Nordsee, wo sie aber auch
bald von der Hanse und insbes. von den Hamburgern bedrängt
wurden.
Im
Unterschied zu seinem Kapitän Gödeke Michels blieb Störtebeker
im Bereich der Nordsee und der Elbmündung, wo er von den Truppen
der Hanse am 22. April 1401 vernichtend geschlagen wurde. Er fand
sein Ende am 20. Oktober 1401 mit rund 30 Gefährten auf dem "Grasbrook"
durch die Hand des Henkers Rosenfeld. Der Sage nach soll er den
Richtern noch eine Gunst abgehandelt haben: Alle Piraten, an denen
der schon geköpfte Klaus Störtebeker noch vorbeigehen
würde, sollten mit dem Leben davonkommen . . . .
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